Dr. Thomas Einfeldt (Credit: Zahnärztekammer Hamburg)

Pilotkurs „Mundpflege-Experte“ bei der DFA

Auf den Zahn gefühlt

 

Eine intakte Mundgesundheit ist für das allgemeine Wohlbefinden wesentlich. Doch gerade im Alter und bei Pflegebedürftigkeit rückt das Thema schnell in den Hintergrund. Zudem wird der Mund oft als intime Zone angesehen. „Viele Pflegekräfte sind unsicher im Umgang mit der Mundhygiene bei ihren Klienten“, sagt Dr. Thomas Einfeldt, Mitglied im Vorstand der Zahnärztekammer Hamburg. Zusammen mit der Diakonischen Fort- und Weiterbildungsakademie (DFA) hat er ein Seminarkonzept erarbeitet, das im November mit einem Pilotkurs gestartet ist.

 

Zehn Pflegende aus der ambulanten und stationären Versorgung beschäftigten sich zweieinhalb Tage mit dem Thema Mundhygiene. Dabei ging es um weit mehr, als um die Frage, wie oft man sich die Zähne putzen soll. „Wir haben uns die Anatomie und Physiologie sowie das Immunsystem der Mundhöhle genau angeschaut“, erklärte Referent Einfeldt. Dabei ging es um Infektionsprophylaxe, Förderung des Speichelflusses, intaktes Zahnfleisch, intakte Zähne oder Zahnersatz, gesunde Mundschleimhäute, Aspirationsprophylaxe, Geschmack und Atem sowie Hilfsmittel bei der Mundpflege. „Für Pflegekräfte ist darüber hinaus die Kommunikation und Kooperation mit dem Zahnarzt und dem jeweiligen Klienten wichtig“, so Dr. Einfeldt.

 

Mundpflegemaßnahmen - Techniken, Hilfsmittel und Durchführung

 

Die Teilnehmer des Seminares waren besonders an praktischen Tipps interessiert, die sich im Arbeitsalltag umsetzen lassen. Welche Mundpflege-Technik und welche Hilfsmittel sind empfehlenswert? Wieviel Zeit muss man für die Mundpflege einplanen? Dabei wurde klar, dass es auch nötig ist, sowohl pflegende Kollegen als auch die Pflegebedürftigen für das Thema zu sensibilisieren und zu motivieren, Mundhygiene als wichtigen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit wahrzunehmen.

 

Praxisnahes Lernen

 

Natürlich konnten die Teilnehmer auch praktische Erfahrungen sammeln. Diverse Gipsmodelle mit Zahnersatz-Beispielen, der „Zahnersatz-Zweitmeinungs-Koffer“ der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hamburg und ein Phantomkopf bildeten die Grundlage für manuelle Erfahrungen, das Einüben von bestimmten Handgriffen und Haltungen und bestimmte Aha-Effekte. Zahnarzttypisch nahm beispielsweise der Referent eine Position schräg hinter dem sitzenden Phantompatienten ein, die Zahnbürste im Bleistift-Griff wie ein zahnärztliches Instrument. „Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen“, sagte ein Teilnehmer überrascht. „Ich stehe immer vor dem Klienten und habe die Bürste eher in der Faust.“

 

Ob Dreikopfbürste, diverse Interdental-Reiniger, Einbüschel-Bürsten und Prothesen-Bürsten oder Superflosszahnseide – das Anschauungsmaterial anfassen und am Modell ausprobieren zu können, war eine gute Erfahrung. Daneben dienten die Videos der Bundeszahnärztekammer, die über den Beamer großformatig gezeigt werden konnten, zur Unterstützung des Lerneffektes.

 

Erfolgreicher Pilotkurs – neue Multiplikatoren

 


Am letzten Tag wurden anhand der Konzept-Stichpunkte der gelernte Stoff und das gesamte Seminar rekapituliert. Referent und Teilnehmer waren sich einig, dass sehr viele Aspekte erörtert werden konnten: Der Zeitplan war passend, der Pilot-Kurs erfolgreich und das Feedback sehr positiv. Die Teilnehmenden werden nun als Multiplikatoren für das Thema Mundgesundheit in ihren Einrichtungen tätig werden. Im kommenden Jahr werden im April sowie im September neue Kurse zum Thema in der DFA stattfinden.

 

Bildunterschrift: Dr. Thomas Einfeldt (Credit: Zahnärztekammer Hamburg)